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Forschungslager (13. bis 19. Juli) auf dem Zwinglipass

erstellt von Richard Graf — zuletzt verändert: 04.01.2014 16:45

Nein, wir mussten für einmal nicht im Regen auf die 2000 m ü. M. gelegene Hütte aufsteigen. Dieses Jahr lachte uns täglich die Sonne an und nur 2 abendliche Gewitter verrieten, dass es auch anders sein könnte.

Die Befürchtung, wegen des vielen Schnees in den Mulden könnten für uns wichtige Höhleneingänge noch verschlossen sein, war umsonst. Wir konnten alle Höhlen begehen, mussten aber ab und zu etwas Schnee weg schaufeln.

Mit Martin und Stephan nahmen am diesjährigen Lager während 2-3 Tagen 2 Geologen am Lager teil. Die geologische Kartierung in der Huldrychhöhle und im Schacht Z7 bildeten einen Schwerpunkt des Lagers, wobei die Oberfläche auch genauer betrachtet wurde. Beide Höhlen stossen die Garschella – Schicht an. In der Appenzellerhöhle wurden am Höhlenende Garschellabrocken gefunden. Sie müssten von der rund 50m entfernten Garschellaformation eingeschwemmt worden sein. Ob dem so ist, wird untersucht. Mit der Eingabe von einer Salzlösung klärten wir ab, ob die Höhlenbäche der Huldrychhöhle und der Zwinglipasshöhle, die Quelle am Aufstiegsweg speisen. Eine erste Auswertung der Messresultate bestätigt die Vermutung nicht. So dürfte, wie von Martin angenommen, das Einzugsgebiet der Quelle sehr lokal sein. Eine Verbindung in den Schacht Z7 konnte ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Hier verhindert die Garschellaformation das durchdringen von der Seeerkalk- in die Schrattenkalk – Schicht. Das Häxloch folgt den Schichten entlang weiter talwärts, durch die schwierige und enge Topografie der Höhle (alpiner Meander) ist die Befahrung langwierig und äusserst kräftezehrend. Dieses Jahr wurden 148m Neuland vermessen. Somit weisst diese Schachthöhle, die entlang der Schichtgrenze Seewerkalk – Drusberg – Kieselkalk entstanden ist eine heute bekannte Gesamtlänge von 377m und eine Gesamttiefe von -188m auf.

In der Zone F wurde die letztes Jahr gefundene Schachthöhle F6 bis zu einem Schneepropfen (L=57m/T=42) erforscht und vermessen. Die dieses Jahr neu gefundene Schachthöhle F10 wurde bis auf eine Tiefe von -65m und einer Länge von 114m erforscht und vermessen. Wie in der Appenzellerhöhle, befinden sich auch im F10 Sinterplatten, die von den Wänden/Decken abgebrochen sind – tektonische Verschiebungen dürften hier die Ursache sein. Im Oberscherenschacht bearbeitete eine Gruppe den oberen Gangteil und begann mit der Neuvermessung der Schachthöhle. Schnee, Eis und Steinschlag beeinträchtige die Arbeit stark.

Seit der Wiederaufnahme der Forschungsarbeiten, im Jahre 2007, wurden 43 neue Höhlen gefunden und teilweise fertig erforscht.

Text: Richard Graf        Bilder

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