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Forschungslager Wägital 2010

erstellt von Andreas Dickert — zuletzt verändert: 12.08.2010 20:43
Vom 31.7. bis 6.8.2010 verbrachten 7-13 Teilnehmer das diesjährige Wägital-Forschungslager in der heimeligen Lufthütte am Fusse des Mutteriberges.

Alle zeigten sich begeistert von den kleinen Annehmlichkeiten, welche diese Hütte gegenüber der Oberen Zindlenalp bietet. Somit wird auch nach ca. 10jährigem Unterbruch eine Tradition der OGH fortgesetzt! Operierte doch bereits von ca. 1989 bis 2000 die Redertengruppe in diesem Gebiet. Ein Teil der diesjährigen Arbeiten galt dann auch der Bereinigung der ‚Altlasten’ aus dieser Zeit. Bis auf ein Objekt ist diese aber nun abgeschlossen und wir können uns künftig ganz dem Neuland widmen.
Eine dieser Pendenzen war der berühmt-berüchtigte Gang 7 in der Mondhöhle, welcher äusserst selektiv eng und unangenehm ist. Er wurde neu vermessen und die Fortsetzung erkundet, welche einen grösseren Schacht / Schlot anschneidet, der technisches Material benötigt.
An den wenigen trockenen Tagen wurden verschiedene grössere Streifen im Grenzgebiet Zone Rederten und Lachenstock prospektiert. Es handelte sich allerdings um höhlenarme Gebiete, und es wurden lediglich fünf neue Eingänge gefunden. Daneben wurden einige weitere Kleinhöhlen erforscht und vermessen und an zwei Orten evtl. interessante Knochen geborgen.
Im KAO-Schacht wurden im oberen Schachtteil sowie nach einem Pendler auf –180 m (Turbinengang) 160 m Neuland vermessen (total nun 833 m Länge bei gleichbleibenden 281 m Tiefe). Ein längerer Tiefenvorstoss schien uns angesichts der unsicheren Witterung zu riskant. Im bereits letztes Jahr entdeckten K148 konnte bis auf 72 m Tiefe vorgestossen werden – eine weitere Fortsetzung blieb noch offen.
Regenwetter veranlasste uns zu einer Vermessungstour in die im Mai neu entdeckte Fortsetzung des Miraculix-Ganges der Lufthüttenhöhle. Es handelt sich hierbei um wirklich grandiose Gänge mit den bekannt grossen Dimensionen und tw. extrem schönen Sinterformationen. Der Hauptgang bleibt auf Kurs NW und beginnt anzusteigen. Die Gesamtlänge stieg um 160 m auf 2280 m, und die Tiefe liegt neu bei 308 m. Somit ist die erste über 300 m tiefe Höhle im Wägital vermessungstechnisch bestätigt.
Ab Donnerstag herrschte in den östlichen Voralpen starker Dauerregen und verhinderte jegliche Arbeiten. Zudem begann eine Magen-Darm-Grippe die Teilnehmerschaft zu dezimieren. Wir beschlossen daher einen verfrühten Abbruch.
Die Forschungsbilanz nach der Lagerwoche fällt somit etwas zwiespältig aus. Wir werden uns Beschäftigungsmöglichkeiten für ausgesprochene Regentage überlegen müssen. Nichts zu meckern gibt es aber an der Lufthütte selber sowie bei Speis und Trank. Herzlichen Dank an Dorothea für die Küchenarbeit und an alle fleissigen Helfer in Sachen Material- und Verpflegungstransport.

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