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Vorstoss im Seichbergloch auf -594 m

erstellt von Adrian Ochsenbein zuletzt verändert: 01.03.2013 13:43

Am Samstag, 16.2.2013 fanden sich insgesamt 10 Teilnehmer für einen länger geplanten, aufwändigen und anstrengenden Vorstoss in Wildhaus zusammen. Nachdem 3 Leute bereits frühmorgends im frisch verschneiten Toggenburg starteten, um den Siphon 1 auf -428 m abzusenken, stieg der Rest mit schweren Säcken beladen um ca. 10.00 Uhr in die Höhle ein.
Der Siphon liess sich aufgrund der relativ starken Wasserführung nur sehr zeitraubend absenken. Zudem ist die Installation und auch die Seileinrichtung im tiefen Teil zum Teil in einem desolaten Zustand. Gleichwohl erreichte das 4-köpfige Spitzenteam den Halbsiphon 3 in 586 m Tiefe. Markus Flury überwand das Hindernis im Tauchanzug und beseitigte auch den sperrenden Block, der bei der letzten Expedition im Januar 2010 das Ende bedeutete. Leider war auch diesmal wenige Meter tiefer, auf -594 m Endstation, da ein weiterer Siphon (Nr. 4) folgte. 2010 war diese Stelle noch einsehbar und ein allfälliger Wasserspiegel muss mind. einige Meter tiefer gelegen haben. Vermutlich haben wir hier das Spiegelbild der vergangenen Monate mit sehr hohen Niederschlägen und einem entsprechend angestiegenen Karstwasserspiegel. Obwohl dieser Siphon im Prinzip tauchbar wäre, beschlossen wir aufgrund der schlechten Prognosen und des grossen Aufwandes den Rückzug aus der tiefsten Zone und richteten die untersten Schächte aus.
Obwohl das erklärte Ziel, die -600 m zu erreichen, verfehlt wurde, dürfen wir eine positive Bilanz ziehen. Das Seichbergloch ist mit einigem Abstand die tiefste Höhle der Nordostschweiz und erreicht als einzige der Region den Karstwasserspiegel.
Erfolgreich waren unsere österreichischen Freunde Benedikt und Alex, die in einem Seitengang des Unteren Parallelganges schlosserten und erfreuliche 72 m Neuland vermessen konnten. Die Gesamtlänge der Höhle beträgt nun 2'749 m.
Leider geschah beim Aufstieg ein Zwischenfall, als sich ein Teilnehmer nach einem Sturz infolge eines abbrechenden Standplatzes verletzte. Er konnte aber die Höhle aus eigener Kraft wieder verlassen.

Teilnehmer: M. Flury, F. Fleury, A. Ochsenbein, F. Franz, Ch. Sutter, R. Sorg, A. Klampfer, Benedikt, T. Schulzki, A. Dickert
Text: A. Dickert
Bilder: F. Franz, M. Flury, A. Ochsenbein und A. Dickert

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