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Weidhöhle - Im Dienste der Wissenschaft

erstellt von Richard Graf zuletzt verändert: 20.06.2011 21:25

Am Wintertreffen stellte Dominik Fleitmann das Projekt STALCLIM vor und Ana Häuselmann untersucht die Tropfsteine in der Schweiz. Am Donnerstag (09.06.11) stiegen wir (OGH - René, Stephan, Richi STALCLIM – Ana, Seraina, Sebastian) zur Weidhöhle bei Ecce Homo auf. Bereits hier mussten wir die Tücken der Zeit erfahren. Weil der Wald ein Stück abgeholzt wurde, bogen wir von der Weide her zu früh in den Wald ein und fanden den Eingang nicht so schnell. Die Suche nach dem Eingang beendeten Stephan und Seraina auf eine menschliche Art, sie fragten einen Bauern in der Nähe, ob er wisse wo der Eingang sei. Ja antwortete dieser und bald standen wir vor dem Eingang.
Nun galt es, für die Probeentnahme geeignete Tropfsteine zu finden. Ana und Sebastian betrachteten verschiedene Tropfsteine und besprachen das weitere Vorgehen. Währenddessen kümmerten sich Stephan und Seraina um das Wasser und die Bohrgeräte. Bald war entschieden, wie das Ganze vor sich gehen soll. Während Ana die Vorbereitungen für die Bohrungen traf, sammelten Seraina, Stephan und Sebastian Tropfwasser. Es entwickelte sich ein Fragespiel um die Anzahl Tropfen. Während einiger Minuten zählten wir die Tropfen, die in das Fläschchen fielen und stellten fest, die Anzahl der Tropfen nahm ständig zu – 45, 47, 56, 58/Minute, das heisst das Wasser begann schneller zu fliessen. Der Regen draussen hingegen hörte auf.
Inzwischen hatte Ana die Benzinbohrmaschine (CO2 Konzentration vor dem Bohren 0.03%, nach dem Bohren 0.33%) vorbereitet und die Bohrerei konnte beginnen. Langsam frass sich der Bohrer in den Stalagmit und die weisse Masse des mit Wasser verdünnten Bohrstaubes floss über den Tropfstein herunter. Mehrmals wurde der Bohrvorgang unterbrochen um die Bohrstelle zu kontrollieren. Nach einer Bohrtiefe von ca. 10cm ging es dann zu Sache. Stephan unterstützte Anna beim Halten der Bohrmaschine und ab jetzt wurde nur noch gebohrt. Einzig wenn Wasserspender Sebastian Wassermangel meldete, wurde unterbrochen. Nach weiteren gut 20 Minuten waren die ganzen 30cm gebohrt.
Nun musste der Bohrkern noch aus dem Loch gehoben werden. Mit einer Eisenstange und einem Gummihammer schlug Ana von oben auf den Kern und schon war der Bohrkern nicht mehr mit dem Stalagmiten verbunden. Mit einem Haken zog Sebastian den Kern vorsichtig aus dem Loch und legte diesen in Ana’s Hände. Die Arbeit war damit beendet und wir räumten die gesamten Utensilien zusammen und stiegen aus der Höhle.
Für uns OGHler ging ein interessanter, lehrreicher Tag zu Ende. Gespannt warten wir nun auf die Resultate, die später in der Höhlenpost publiziert werden.

Text und Bilder Richard Graf

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