29.08.2021:

Während der diesjährigen Forschungswoche vom 7.-13. August profitierten wir von häufig besten Wetterverhältnissen. Tatsächlich wurden wir nicht einmal verschifft, hatten dafür gegen Ende des Lagers eher mit der Hitze zu kämpfen!

Der einzige Regentag wurde für eine weitere Grabaktion in der Lufthüttenhöhle genutzt. Dank dem Einsatz eines Akku-Bohrmeissels kommt man nun recht flott vorwärts. Das macht die Sache einerseits effizienter, ist auf der anderen Seite für die Akteure aber auch deutlich anstrengender, da ganz einfach viel mehr Masse bewegt wird.

Im Karrenfeld wurde eine erstaunlich grosse Fläche prospektiert. In diesem Kontext blieben die gefundenen Objekte eher unter den Erwartungen. Immerhin werden 12 kleinere Objekte und 1 Mittelhöhle neu Einzug im CH-Archiv finden. Abgeschlossen wurde weiter der Bermudaschacht, der wohl nur dank der extrem regenreichen Sommerzeit dieses Jahr wieder passierbar war (Schneestand). Auch hier hatten wir auf eine spannende Fortsetzung gehofft. Gleichwohl bleibt das Objekt mit 268 m Länge und 93 m Tiefe das bislang grösste im Karrenfeld Mutteri-Ochsenkopf.

Probleme hatten wir mit der Oberflächenvermessung bzw. nicht recht funktionierenden DistoX und einer Herde durstiger Rinder, die am letzten Abend das Lufthüttli belagerten. Zum weiteren Rahmenprogramm zählten die Einführung einer ausgedehnten Apéro-Runde, Sternschnuppen-Gucken, selbstgebackenes Brot und die Kreation einer Ausrüstung ‚Speleo Light‘ (Bilder zensuriert😉).

Text: Andy Dickert

08.08.2021:

Im Winter ist auch in diesem Jahr wieder viel Schnee auf dem Zwinglipass gefallen und durch den kühlen Frühling kam es, dass auch in diesem Juli auf 2000 m.ü.M. noch viel Schnee lag. Trotzdem nahmen 9 Höhlenforschende vom 17. – 23. Juli am Zwinglipasslager teil.

Ziel des Lagers waren die weitere Erforschung der Schneehöhle, der Höhle D11 und der Höhle am Altmann Westgrat (A1). Das D11 war allerdings noch unter einer rund 5 m dicken Schneedecke und nicht zugänglich. Dafür wurde das D10 wieder ins Auge gefasst. Dieses Jahr gelang es, die Engstelle im D10 zu überwinden, um danach nach einer Schachtstufe in einer weiteren
Engstelle hängen zu bleiben. Doch auch hier ergab sich schliesslich eine sehr vielversprechende Fortsetzung, welche aber erst im nächsten Jahr weiter erforscht wird.

Aufgrund der grossen Niederschläge der vorangegangenen Woche bestand die Gefahr, dass sich in der Schneehöhle wiederum ein See gebildet hat, welcher die weitere Erforschung verhindert hätte. Glücklicherweise war kein See vorhanden und so konnte die Fortsetzung im «kalten Gang» und in diversen Schloten weiter erforscht werden. Erstaunlicherweise war in der Schneehöhle in diesem Winter neues Eis entstanden, welches die Begehung erschwerte. Die Fortsetzungen konnten bis Ende des Lagers fertig vermessen werden, womit die Erforschung dieser Höhle wohl nächstes Jahr abgeschlossen sein wird.

Die Höhle am Altmann-Westgrat (A1) wurde vor rund 14 Jahren bereits teilweise erforscht. Das A1 verläuft entlang einer imposanten Schichtfuge. Die Erforschung konnte bis an den damaligen Punkt erfolgen und danach konnten weitere Schächte eingerichtet und erforscht werden.
In einem preathischen Teil stehen weitere, aber bedeutend engere Fortsetzungen an.

Im Lager konnten trotz des Schnees schliesslich interessante Fortsetzungen entdeckt und weitere Vermessungsarbeiten durchgeführt werden.

Text: Rolf Sorg