08.09.2021:

Ein gewöhnlicher Donnerstag in den Sommerferien? Mitnichten! Am 29. Juli 2021 starteten die knapp unter 30 Teilnehmer/-innen des Sommerlagers von chinder-lager.ch mit vielen Erwartungen in den Tag. Schon am Vorabend haben sich in den Köpfen der Kinder die Vorstellungen gefestigt, hatte doch ein kleiner Exkurs darüber, was uns erwarten dürfte, rege Fantasien geweckt. Briefkastenschlitz…

Der Höhlenbesuch im Seichbergloch war eine einzigartige Gelegenheit im Rahmen des Internationalen Jahres für Höhlen und Karst (IYCK). So wurden wir von Spezialisten geführt und begleitet. Beteiligt waren Mitglieder der Schweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung SGH, der Ostschweizerischen Gesellschaft für Höhlenforschung OGH und der Toggenburger Gesellschaft für Höhlenforschung. An dieser Stelle möchte sich das Leiterteam von chinder-lager.ch herzlich bei ihnen bedanken.

Bevor es endlich losging, wurde die Ausrüstung bereitgelegt und anprobiert. Dazu gehörten Helme, Helm- oder Stirnlampen, passendes Schuhwerk, robuste Kleidung, Wechselkleider, Klettergurte und Handschuhe. Dann wurde das Kommando den Profis übergeben.

Der Aufstieg vom Ferienhaus Höhe in Wildhaus aus war genau das, was das Wort verrät, und nicht eben mal ein Katzensprung. Dabei trug jeder seinen Klettergurt, den Helm, die Ersatzkleidung und den Lunch selbst. Schweisstreibend war die kurze Wanderung allemal. Immerhin bestand wenige hundert Meter vor dem Einstieg noch einmal die Möglichkeit, zu verschnaufen und sich zu stärken. Derweil zogen sich die Mitglieder der SGH um und auch die Teilnehmer/-innen machten sich bereit, schlüpften in die Klettergurte und Handschuhe. Allerdings: Weit und breit kein Anzeichen einer Höhle… Stattdessen muteten die letzten Schritte ein wenig wie Urwald an. Tatsächlich folgten wir den Experten über Wurzeln und durch Dornengestrüpp. Plötzlich war da ein Loch im Boden, mit einem Stahlgitter davor: Einige hatten sich den Eingang zur Höhle wohl anders vorgestellt. Nun war die Ungeduld förmlich zu greifen, während die Profis die Seilsicherung vorbereiteten. Einer nach dem anderen stieg dann, am Seil gesichert, hinab in die Tiefe.  In der nächsten Etappe gab es ohne Abseilen kein Weiterkommen. Wenn auch einige Kinder schon Erfahrung damit hatten, war es für viele das allererste Mal. Das darauffolgende Stück konnte wieder ungesichert bewältigt werden, erforderte aber Mut. Auch hier war Geduld gefordert, denn es ging nur langsam voran, tröpfchenweise. Danach bewegten wir uns bis zur nächsten Schlüsselstelle mehr oder weniger selbständig, aber alle in ihrem Tempo, vorwärts. Wenigstens ging es abwärts – und wie! Nun ja, hinunter kommt man immer, aber hinauf…?

Irgendwann tat sich links um die Ecke eine Art Halle auf. Wer weiter wollte, musste sich unweigerlich den berüchtigten Briefkastenschlitz von innen anschauen… Wobei man genaugenommen gar nichts sah! Gut zuhören und die Anleitungen des Profis befolgen war hier die Devise. Daran konnten weder die verbal geäusserten Horrorvorstellungen auf der einen, noch die ermutigenden Sätze auf der anderen Seite etwas ändern. Kurz nach dieser Passage mussten wir auch schon wieder umkehren, um rechtzeitig noch den Ausstieg zu schaffen. Nach einem Lunch in der Fledermaushalle oberhalb des Briefkastenschlitzes wurden die letzten (und meisten) positiven Höhenmeter bewältigt, bis einen schliesslich das Tageslicht blendete.

Auf dem Rückweg zum Lagerhaus war Zeit, sich das soeben Erlebte durch den Kopf gehen zu lassen. Am Ende waren sich alle einig, dass jeder und jede sein oder ihr individuelles kleines Abenteuer erlebt hat. Und als solches wird es sicher noch lange in lebhafter Erinnerung bleiben.

Text & Foto: Dani Eggenberger, chinder-lager.ch

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